Heimatgrüße - Tischgenüsse

Sabine Wenig: Einzelausstellung "Heimatgrüße - Tischgenüsse" in der Alten Lederfabrik in Halle
Sabine Wenig: Heimatgrüße - Tischgenüsse

Einzelausstellung vom

22.05.-19.06.2011

in der Städtischen Galerie

 

Alte Lederfabrik

Alleestraße 64-66
33790 Halle/Westfalen

 

Eröffnung am 22. Mai um 17 Uhr

 

Grußwort: Anne Rodenbrock-Wesselmann, Bürgermeisterin

Einführung: Heike Krüger, Journalistin

Musik: Duo Kurt Studenroth

 

Öffnungszeiten: Sa 11:00-18:00 / So. 15:00-18:00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung unter 05201-18 31 64

 

Einladungskarte: Heimatgrüße - Tischgenüsse
Laden Sie sich hier die Einladungskarte im pdf-Format herunter.
Heimatgrüße-Tischgenüsse.pdf
Adobe Acrobat Dokument 119.3 KB

 

 

Lageplan und Anfahrtsroute

Inhalte von Google Maps werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell), um den Cookie-Richtlinien von Google Maps zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Google Maps Datenschutzerklärung.

 

Erste Ankündigung auf www.hallewestfalen.org:

 

"Die westfälische Heimat als Logenplatz (zwangs)beschaulicher Naherholung zwischen Rind, Schaf, Wald und Flur.

Die Ambivalenz zwischen Naturidylle und Ausbeutung derselben als Agrarfläche oder Freizeitkulisse ist ein Bildthema, an dem die Künstlerin nun schon seit mehreren Jahren arbeitet.

Dabei variiert ihre Herangehensweise durchaus. Manche Bilder vermitteln pure Landschaftlichkeit, während in anderen Arbeiten die Landschaft lediglich als Vorwand für allerlei Inszenierungen im Freien dient, was technisch-malerisch nicht auf den ersten Blick zu unterscheiden ist.

Mitten auf einer Lichtung sitzt - in unwirkliches Licht getaucht - der bewaffnete Akteur in rotem Anzug auf einem Jägerhochsitz, das Gewehr im Anschlag. Neben ihm, noch nicht ganz in küchenfertigem Zustand, obwohl bereits mit Kräutern garniert, die bereits erlegte "Strecke".

Köpfe und Hinterteile von Kühen glotzen von kleinformatigen Holzplatten. Schafe und weitere Rindviecher befinden sich in strengen Reihungen inszeniert vor heimischer Kulisse.

Angler geben sich auf einem Gewässer direkt vorm Atomkraftwerk ein unbedarftes Stelldichein und der Schäfer weidet seine Schafe in durch ähnliche Störungen durchbrochener Naturkulisse – diese Arbeiten gewinnen spätestens seit Fukushima an beklemmender Aktualität.

In den Küchenbildern sind die Tiere dann in eine neue Umgebung gestellt. Sie sind von der Künstlerin inzwischen dem landwirtschaftlichen Kontext entzogen und menschlichem Essgenuss zugeordnet. Manches in kulinarischer Vorbereitung erkennen wir auf den Bildern: die Fische in der Pfanne, die Gans auf dem Herd, das Kaninchen, (hier ausnahmsweise bretonisch), Brassen und Barben (zugegebenerweise importiert) mit stierem Blick scheinen mit starr-offenem Maul nach einem letzten Quäntchen Sauerstoff zu schnappen. Auf die Ambivalenzen zwischen Fresslust und insgeheimer Schuld, die auch im stilvollen Tafeln nicht gänzlich stille werden, macht Sabine Wenig ihre Kunst.
Das ist weder gemein noch mit belehrend-vegetarischem Zeigefinger gemeint, sondern konsequent und ehrlich.
Denn wo landet all das liebe Viehzeug, das immerhin hierzulande teilweise noch Wiese und Weide dekorieren darf? In heimischen Töpfen, Bratpfannen und Backöfen – hoffentlich liebevoll zubereitet und mit Genuss verzehrt.

Zum Verfahren
Verwendet Sabine Wenig in den Küchenbildern noch "echte Collageelemente" – verfremdete Bilder und Motive aus den Bildergalerien des Internets und aus Kochbüchern -, die sie in die Stillleben und Landschaften einfügt und übermalt, so werden in einem quasi umgekehrten gedanklichen und technischen Verfahren die Collageelemente in den jüngeren Arbeiten gleich ins Bild hinein gemalt und auf irritierende Weise Wirklichkeit neu kreiert."